Campanile Lyon Perrache

Das 3***Campanile Lyon Perrache im Zentrum von Lyon. Wie die meisten Häuser dieser Kette liegt auch das Campanile Lyon an einer Autobahn, an der A6, die quer durch Lyon führt. Der Flughafen von Lyon ist nur 25 Kilometer entfernt und schnell und einfach zu erreichen. Exklusive Restaurants, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten befinden sich ganz in der Nähe.


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Campanile Lyon Perrache En detalle

Hotelbeschreibung
Das Hotel hat ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und bietet saubere, komfortable Zimmer zu sehr günstigen Preisen. Jedes der 106 Zimmer des Campanile Lyon Centre Perrache ist geschmackvoll und gemütlich eingerichtet und mit jeglichem Komfort ausgestattet, den ein moderner Reisender erwartet. Alle Zimmer wurden erst 2002 renoviert und erstrahlen wieder in neuem Glanz. Jeden Gast erwartet im Zimmer ein süsser Willkommensgruß bestehend aus Kaffee, Tee und Keksen. Das Hotel ist 24 Stunden am Tag geöffnet, die Rezeption schließt allerdings um 23.00 Uhr. Bei späteren Anreise wird gebeten das Hotel im voraus zu benachrichtigen. Das freundliche, zuvorkommende Personal kümmert sich in einer sehr herzlichen Art und Weise um seine Gäste, und hat stets ein offenes Ohr für dessen Wünsche und Fragen.

Unterbringung
Das Hotel verfügt über 106 Zimmer mit folgender Ausstattung:

  • Klimaanlage
  • Kabel-/Satellitenfernsehen
  • Föhn
  • Bad
  • Telefon
  • Tee-/Kaffeezubereiter

Hotelausstattung
  • Konferenzräume
  • Waschsalon
  • Lounge

Verpflegung
  • Frühstücksbuffet

Lyon
Lyon liegt an der Mündung der Saône in die Rhône, also im Rhônetal zwischen Central Massif und den Alpen. Besiedelt wurde die Stadt von Westen nach Osten, dies zeigt sich heute noch deutlich am Stadtbild. Am Westufer der Saône liegt die Altstadt mit ihren verwinkelten Gäßchen, auf der Halbinsel zwischen Saône und Rhône finden sich Häuser wie in Paris, und weiter nach Osten werden die Häuser immer moderner.

Lyon ist mit ca. 1,2 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs (das behauptet zwar auch Marseilles von sich, aber ich schließe mich einfach mal den Lyonesern an...:) ) und dennoch im Kern eigentlich eher klein. Ich muß dazu allerdings sagen, daß für mich als Berlinerin der Maßstab wohl etwas anders ist als für die meisten Leute. Aber - Lyon ist zu Fuß gut zu erkunden. Das Zentrum ist nicht allzu groß und selbst vom Stadtrand in einer halben bis Dreiviertelstunde zu erreichen.

Schöne aber Große Stadt
Lyon ist eine schöne aber auch große Stadt. Lyon ist die zweit oder drittgrößte Stadt Frankreichs! Lyon ist sehr gut mit Bäumen beplanzt und man kann in riesigen Parks seine Ruhe vorm Großstadttrubel finden. Der größte Park der Stadt ist mit einem großen Gewächshaus versehen das man auch besichtigen kann. (Darin stehen sehr viele seltene Kakteen und Palmen usw.). Außerdem ist in dem Park ein sehr großer See mit eingeschlossen auf dem man auch Bot fahren kann.

Zurück zur Innenstadt von Lyon. Lyon ist von der Gastronomie geprägt. Es gibt Straßen (Gassen) in denen kilometerlang nur Bistros vorzufinden sind.

Das sieht alles sehr schick aus ist aber auch dementsprechend teuer bzw. gibt es den meisten Bistros auch nichts richtiges zu essen sondern viele Bistros sind nur auf Getränke spezialisiert.

Lyon hat eine sehr schöne große Kirche die auch ein Wahrzeichen dieser Stadt ist auf ihr befindet sich eine Goldene Figur und die Kirche kann man fast von überall aus sehen weil sie auf einem Berg steht.

Ein zweiter Orientierungspunkt ist der sogenannte Bleistift, ein hohes Bankgebäude das ein zugespitztes Dach (halt wie ein Bleistift) hat.

Es ist sehr schwierig Parkplätze zu finden deshalb sollte man sich nur mit der U-Bahn fortbewegen die sehr gut ausgebaut ist.

Wenn man einkaufen möchte, sollte man zu einem der Tagesmärkte per U-Bahn fahren oder in einen außerhalb gelegenden Supermarkt, dessen größe beeindruckend sein kann. In ihm befinden sich an die 60 Kassen.

Wer lieber Bummeln geht der sollte unter dem sogenannten Bleistift in das größte Einkaufszentrum der Stadt gehen. Dort findet man alles vom Baumarkt bis zum Zeitungsstand.

Die beiden großen Flüsse laden zu schönen sparziergängen an ihnen entlang an. Was auch empfehlendswert ist sind Tagesfahrten ans Mittelmehr in die Alpen zum Skifahren und in Weinanbaugebiete sowie in Käsereien z.B. Roquefort.

Man sollte sich wenn man mit dem Auto fährt einen sicheren und von der Wohnung aus sichtbaren Parkplatz suchen weil die Kriminalität in Lyon auch nicht gerade niedrig íst. Es gilt lieber nicht in schmalen oder dunkelen Gassen zu Parken sondern auf befahrenden Straßen. Außerdem ist auf den Fahrstil der Einheimischen zu achten.

Lyons Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe
Kaum zu glauben, aber außer Paris gibt es noch andere Großstädte in Frankreich.

Lyon kämpft mit Marseille um den Titel: "Frankreichs zweitgrößte Stadt".

Fährt man auf der Autobahn an Lyon vorbei,sieht man sehr viel Industrie. Doch bleibt einem die schöne Innenstadt verborgen.

Die Innenstadt von Lyon liegt nämlich auf einer Halbinsel, sie wird von den beiden Flüssen Saône und Rhône umgeben. In der Innenstadt ist eine lange Fußgängerzone mit vielen alten (restaurierten!) Gebäuden und dem "Place Bellecour" - einer der größten Plätze Europas, in dessen Mitte ein Denkmal von Ludwig XIV thront.

Die Lyoner Altstadt ("Vieux Lyon") gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist mein persönlicher Favorit. Sie ist am linken Saôneufer gelegen. Enge Gässchen, eine sehr südländische Atmosphäre, viele kleine Restaurants, tolle Renaissance-Bauten, "Traboules" (Durchgänge) und die Kirche Saint Jean prägen das Bild der Altstadt.

Auf einem Hügel gelegen, oberhalb von Lyon, thront die Basilika "Fourvière", von der man einen tollen Blick auf die Stadt und Umgebung hat (bei gutem Wetter bis zu den Alpen). "Fourvière" hat die gleiche weiße Farbe wie Montmartre in Paris.

Unweit von Fourvière befinden sich die Überreste der römischen Arenen ("Théâtres Romains de Fourvière"). Als Lyon im Jahre 42 v.Chr. als Lugdunum von den Römern gegründet wurde, war dies ein bedeutendes Theater. Es ist übrigens das älteste (römische) Theater in Frankreich.

In Lyon erzählen die Wände Geschichten... also Augen offen halten und staunen! Unzählige bemalte Wände kann man in Lyon entdecken und bewundern. Auf einer Hauswand ist beispielsweise ein Gerüst gemalt. Ich konnte erst gar nicht glauben, daß es sich nur um ein Gemälde handelt. Erst als ich die Hauswand mit bloßen Händen berührte, konnte ich es glauben...

FAZIT: Lyon braucht sich eigentlich nicht hinter Paris verstecken...

Place Bellecour
Der Platz mit einer Fläche von 310 m mal 200 m einer der größten in Frankreich, wird im Osten wie im Westen von Bauten mit symmetrischen Fronten im Stil Ludwig XVI. eingerahmt. In der Platzmitte steht ein Reiterstandbild Ludwig XIV.

Quartier d‘Ainay
Zwischen „Place Bellecour“ und „Place Garnot“ erstreckt sich dieses Viertel, in dem das bekannte Historische Stoffmuseum, das Musee des Arts decoratifs und die romanische Basilika Saint-Martin-dAinay liegen.

Quartier de la Croix-Rousse
Vom Platz Place Tolozan erreicht man am besten die Altstadtgäßchen („Traboules“) mit ihren malerischen Winkeln, durch die man zum Viertel der „Ganuts“, der Seidenweber gelangt, dessen schmale hohe Häuser mit ihren unzähligen Fenstern das Bild dieses Stadtteils bestimmen.

Auf die Höhe des ‚Boulevard de la Croix-Rousse“ führt vom Platz ‚‚Place Groix-Paquet“ eine Bergbahn. Dort sind im Botanischen Garten die Reste eines römischen Amphitheaters zu sehen.

In der Rue d‘lsly befindet sich ein interessantes und besuchenswertes „Musee des Canuts“ (Museum der Seidenweber).

Quartier Saint-Jean
Der auch als „Vieux-Lyon“ (Alt-Lyon) bezeichnete Stadtteil an der Saone liegt unterhalb des Hügels von Fourviere. Hier bietet die frühere Hauptstraße Rue Saint-Jean, die gesäumt wird von gotischen Häusern und Renaissancebauten, ein eindrucksvolles Beispiel für eine städtebauliche Anlage des 15./16. Jh.

Place Saint-Jean
Die Kathedrale (12. bis 15. Jh.) wird zur Rechten durch die Mauer eines Kreuzgangs aus dem 11. Jh. begrenzt, die einst zu einer Singschule gehörte. Am Unterteil der Kirchenportale in der Front befinden sich 350 sehr ausdrucksvolle gotische Reliefs. Im Innern sind sehenswert die Glasfenster des 12. und 13. Jh. und (im südl. Seitenschiff) die reichgeschmückte Kapelle der Bourbonen (Ende 15. Jh.).

Mit dem Bau der Kathedrale wurde im Jahr 1180 begonnen, und schon 1245 konnte Papst Innozenz IV die Bischöfe in der unvollendeten Kirche zum ersten Lyoner Konzil versammeln. Die Fertigstellung zog sich dann aber doch noch bis ins 15. Jahrhundert hin: die verschiedenen Bauetappen lassen sich anhand aufeinander folgender Stilformen von der Romanik bis zu Hochgotik ablesen.

Der Grundriss der Kathedrale zeigt ein stark hervortretendes Querschiff, das von zwei massigen Vierecktürmen an den Seiten akzentuiert wird. Sie haben einen stumpfen Abschluss, wie auch die beiden Türme der Hauptfassade, die auf einem Fundament römischer Marmorblöcke, den Trümmern des Trajanforums aus Lugdunum, ruhen. Die aus dem 15. Jahrhundert stammende große Fensterrose in ihrer Mitte hat einen Durchmesser von ca. acht Metern. An den Seiten der drei Eingänge kann man die Bibel auf steinernen Bilderbögen lesen. Die 350 wertvollen Medaillons überlebten als einzige den Bildersturm der Calvinisten im Jahre 1562. Alle anderen Heiligenfiguren rund um die Kirche wurden damals geköpft und die 12 Nischen an der Front gänzlich ausgeraubt.

Im Innern der Kathedrale dominiert die Gotik. Hohe, gebündelte Säulen tragen das Kreuzgratgewölbe des Langhauses, dessen Gewölbeansatz 8 m höher als der des Chores liegt - ein Hinweis darauf, dass unmittelbar nach dem Konzil eine Änderung der architektonischen Konzeption durchgesetzt wurde. (Henri IV wählte das hoch emporstrebende Kirchenschiff als Kulisse für seine Hochzeit mit Maria von Medici, Napoleon und Josephine besuchten in der Kathedrale die Messe.) Dagegen stammt die sechseckige Apsis noch aus der ersten Bauperiode. Während der untere Teil ganz der Romanik gehört, verweisen die Spitzbögen des oberen Teils und die Kapitelle der Galerie bereits auf den gotischen Stil. Ihre bunten Fenster stammen aus dem 13., die in der Marienkapelle links vom Altar sogar aus dem 12. Jahrhundert. Rechts neben dem Haupteingang liegt die Bourbonen Kapelle, ein architektonisches Schmuckstück mit steinernem Filigran. Der Vorname des Kardinals Charles de Bourbon, der die Kapelle 1486 als seine letzte Ruhestätte errichten ließ, wurde hier nicht gemalt, sondern kunstvoll aus Stein geschnitzt. Man nehme sich Zeit, die mächtige astronomische Uhr mit einem Kalender bis zum Jahr 2019 zu studieren. Seit 600 Jahren schlägt sie vernehmlich Sekunde um Sekunde, und täglich um 12, 13, 14 und 15 Uhr präsentiert sich ein kunstvolles Puppenspiel: Nachdem der Hahn dreimal gekräht hat, kommt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Maria herab, während Gottvater segnend seine Rechte erhebt. Die Engel veranstalten dazu ein Glockenkonzert.

Adelsbauten in Lyon
Von den zahlreichen herrschaftlichen Bauten sind besonders bemerkenswert in der Rue Juiverie (Nr. 8) das „Hotel Bulliond“ mit einer Galerie von Philibert Delorme (1515 — 1570) und (Nr.4) „Hotel Patherin“, ein meisterlicher Bau der Lyoner Renaissance sowie in der Rue de Gadagne (Nr. 8) „Hotel de Gadagne mit dem Stadtgeschichtlichen Museum von Lyon und einem Marionettenmuseum.

Parc Magneval
Über die Rue de I‘Antiquaille gelangt man hier oben zum „Parc Magneval‘, in dem die freigelegten römischen Bauten zu besichtigen sind: das Große Theater mit einem Durchmesser von 108 m und das Kleine Theater (auch „Odeon“ genannt).

Ein Geschäftsviertel und Fundamente eines Tempels der Cybele sind außerdem zu sehen.

Ein Archäologisches Museum mit hervorragendem Bestand, gebaut 1974 bis 1976, ist unterirdisch angelegt.

Auditorium Maurice-Ravel in Lyon / Rue Garibaldi
Das Gebäude, das einem Raumschiff ähnlicher sieht als einem Konzerthaus, wurde von Henri Pottier und Charles Delfante entworfen und am 14. Februar 1975 mit zwei Kompositionen von Maurice Ravel eröffnet.

Dieser war einige Male in und um Lyon zu Gast gewesen und erinnerte sich: "Eines der besten Andenken, das sich mit dieser Gegend verknüpft, ist die Komposition von >La Valse<.

Sie datiert vom Ende des Ersten Weltkrieges und sollte eine Verherrlichung des Walzers werden, wobei Ravel aber - wie sein Biograf H. J. Moser es ausdrückt - "mehr Waldteufels als Johann Straußens Milieu traf."

Den großen Saal erhellen Hunderte von Glühbirnen in molekülartigen Lüstern. Er bietet 2.000 Gästen Platz. Die von den hintersten Rängen können am Bühnengeschehen zwar nur per Fernglas teilnehmen, sich dafür aber uneingeschränkt an der hervorragenden Akustik freuen.

Sehens- und hörenswert ist die gigantische elektronische Orgel, deren Pfeifen zum Teil aus dem Palais Chaillot in Paris stammen. Das Auditorium, neben dem aus Dutzenden von Kreiseln der Brunnen von Bernard Quizy sprudelt, liegt vis-a-vis einem modernen Freilufttheater, in dem zur Sommerszeit Konzerte und andere Veranstaltungen geboten werden.

Die es umgebenden Bäume, so genannte Paulownien, sind im März übersät mit großen duftenden Blütentrichtern, lavendelblau und so zart wie chinesisches Porzellan.

Basilique Notre-Dame-de-Fourviere
Das Bemerkenswerte an der 1896 geweihten Kirche ist nicht ihre kunstgeschichtliche Bedeutung - byzantinische, romanische und gotische Elemente vermischen sich in der Architektur eher zur Stillosigkeit -, sondern ihre überragende Lage auf dem Gipfel des Hügels Fourviere.

Doch auch wenn man der Ansicht ist, dass hier an frommer Zier des Guten zu viel getan wurde, ist das Bauwerk ein überwältigender Beweis der starken Marienverehrung der Lyoner Bürger, die auf einer langen Tradition beruht.

Seit dem 6. Jahrhundert erhebt sich auf dem Hügel Fourviere ein Monument der Christenheit über römischen Trümmern. Seit dem 12. Jahrhundert ist belegt, dass hier eine Kirche der Heiligen Jungfrau geweiht war. In Zeiten der Not oder beim Ausbruch von Seuchen vertrauten die Gläubigen fest auf ihre Hilfe, selbst Könige pilgerten zur Notre-Dame-de-Fourviere.

Seitdem die Jungfrau 1643 eine Pestepidemie abwenden half, findet am 8. September, dem Tag der Geburt Mariens, eine Wallfahrt zur Kirche auf dem Hügel statt.

Wegen der stetig wachsenden Zahl der Pilger wurde die Kirche mehrfach erweitert und erneuert, häufig konnten die notwendigen Arbeiten aus den Spenden dankbarer Wallfahrer finanziert werden. Im Jahre 1851 sollte anlässlich der jährlichen Wallfahrt ein neues großes Marienbild aufgestellt werden. Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch, sodass es erst am zweiten großen Marienfest des Kirchenjahres, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember, feierlich geweiht werden konnte. Am Abend dieses Tages stellten die Lyoner Windlichter und Kerzen in den Fenstern der Häuser auf - ein Brauch, der sich bis heute erhalten hat.

Als Zeichen der Dankbarkeit für die Abwendung von Pest und Zerstörung lässt sich auch der prunkvolle Neubau der Basilique Notre-Damede-Fourviere verstehen. 8 Millionen Francs hat ihre Errichtung verschlungen, eine Summe, die aus heutiger Sicht gering erscheint, betrachtet man den äußerlich wie im Innern imposanten Bau.

Vielfarbiges Fensterglas, bunter Marmor, Holzschnitzereien, Wand- und Bodenmosaike, Stuck, Säulen und Säulchen: Es gibt tatsächlich kein Fleckchen, das man zu zieren vergessen hätte.

Wem das Kircheninnere zu überladen ist, sollte anschließend die Stufen des Glockenturms erklimmen und die Aussicht genießen.

Basilique Saint-Martin-d'Ainay
Nur die Basilika steht noch von der einst berühmten und mächtigen Benediktinerabtei von Ainay.

Im Jahr 1107 durch Papst Paschalis 11. eingeweiht, ist sie die älteste erhaltene Kirche Lyons und mit der klaren kompakten Architektur ein schönes Beispiel der Romanik.

Die Fassade der Einfachheit und Strenge ausstrahlenden dreischiffigen Kirche wird von dem massigen 31 m hohen Glockenturm beherrscht. Er umfasst drei, durch Rundbögen durchbrochene Stockwerke. Seine horizontale Gliederung wird durch rot eingelegte Steinbordüren hervorgehoben, die sich an den Halbbögen der Fenster wiederholen.

Der Turm wird von einer vierseitigen Pyramide gekrönt, die an ihren Ecken noch einmal mit Dreiecken besetzt wurde, was ihm ein seltsam spitzohriges Aussehen verleiht.

Nachdem er im Laufe der Jahrhunderte mit Moosen und Kräutern zuzuwuchern drohte (es soll sogar eine botanische Untersuchung über die "Flora des Glockenturmes von Ainay" existieren), gelang den Restauratoren im 19. Jahrhundert die Wiederherstellung seines ursprünglichen Gesichts.

Klare, schlichte Linien bestimmen auch den Innenraum der Kirche, in dem wegen der kleinen Fenster meist Dämmerlicht herrscht. Geschickt steigert sich zum Altarraum hin die Ausarbeitung künstlerischer Details. Die Kapitelle der Vierungspfeiler, über denen sich eine achteckige Kuppel spannt, sind mit biblischen Szenen geschmückt, die den Sündenfall, den hl. Michael mit dem Drachen, Kain und Abel, Johannes den Täufer und die Verkündigung darstellen. Steinerne Tier- und Fabelwesen kann man in der halbrunden Apsis bewundern, die 1855 von dem Lyoner Hippolyte Flandrin ausgemalt wurde.

Vier dicke Säulen, deren Maße nicht recht zu den übrigen Proportionen passen, stehen um den Altar. Sie bilden die ältesten Bestandteile der Kirche und stammen aus dem im Jahr 12 v. Chr. errichteten gallischen Tempel bei Condate.

Später zersägten Mönche die zwei mächtigen Granitmonolithe und transportierten sie auf der Saone nach Ainay.

Bibliotheque Municipale
"Ich empfehle Besuchern, die Innenmauern der Bibliothek zu bewundern; sie sind rohbelassen und prachtvoll. Lyoner Beton ist tadellos."

Man muss in diesem Punkt nicht unbedingt der Meinung von Louis Pradel sein, um die Bibliothek zu schätzen. Das Gebäude bietet Platz für zwei Millionen Bände. Beispiellos ist die Rhone-Region Abteilung im 3. Stock. Hier findet der Interessierte nicht nur sämtliche Bücher, die jemals über Lyon geschrieben wurden, sondern auch eine umfassende Dokumentation von Artikeln französischer Zeitungen, die, nach Stichwörtern geordnet, seit den Siebzigerjahren gesammelt werden und einen vollständigen Überblick über die Ereignisse gewähren, die in Lyon Geschichte gemacht haben, vom Papstbesuch (4 Aktenordner) bis zum Barbie-Prozess (15 Ordner).

Place Carnot
Dieser Bahnhof mit Flughafenappeal ist das einzige mutig moderne Gebäude auf der Halbinsel und daher vielen ein Stein des Anstoßes. "Le Bunker" oder '"Monstre de Pradel" schmähen sie ihn und sind doch dankbar für seine Funktionalität.

In Lyon führen trotz des neuen Bahnhofs Part-Dieu noch immer alle Wege nach Perrache: Die Fußgängerpassage endet hier, 1000 Parkplätze, die Metro und rund 20 Autobuslinien sorgen für regen Personenverkehr.

Das Kommen und Gehen auf diesem Verkehrsknotenpunkt belebt Lyons jüngstes Kunstprojekt. In Konkurrenz zu Paris und seinem Centre Pompidou hatte es die Stadt niemals leicht, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst zu sein. Beim Bau des Bahnhofsgebäudes wurden gleichzeitig Ausstellungsräume eingeplant und eine lang beklagte Lücke im Lyoner Kulturleben geschlossen.

Die Ausstellungen der ELAC (Espace Lyonnais d'Art Contemporain) im 4. Stock des Centre d'Echanges de Perrache werden in unregelmäßigem Turnus gewechselt und sind bar jedes steif-musealen Charakters - zweifellos das Verdienst der "Bahnhofs atmosphäre".

Eine weitere Attraktion von Perrache ist sein Park, der nicht ebenerdig, sondern penthouseartig auf dem Dach des Bahnhofs angepflanzt wurde. 12 000 Quadratmeter Garten laden zum Blick über die Dächer von Lyon ein.

Place des Cordeliers
Anfang des 13. Jahrhunderts hatten die Anhänger des hl. Franz von Assisi an diesem Platz eine erste bescheidene Kirche erbaut, die nach den cordeliers, den Gürtelschnüren der Franziskanermönche, benannt wurde.

Einer der bedeutendsten Lehrer dieses Ordens, Kardinal Giovanni di Fidenza, genannt Bonaventura, hat darin gepredigt und wurde hier beigesetzt, als er 1274 während des zweiten Lyoner Konzils verstarb. Als einer der größten Kirchenlehrer der Scholastik wurde er später heilig gesprochen.

Um der großen Schar der Gläubigen gerecht zu werden, unternahm der Franziskanerorden 1325 die Errichtung einer größeren Kirche. Ihr Bau zeichnet sich, dem Armutsideal des Ordens entsprechend, durch eine einfache Architektur und das Fehlen reicher Verzierungen aus. Eine Ausnahme machen höchstens die Seitenkapellen, die allerdings nicht von den Mönchen selbst, sondern von verschiedenen Handwerkszünften zu Ehren ihrer Schutzpatrone ausgeschmückt wurden.

Bemerkenswert ist die Orgel in der fünfeckigen Apsis. Sie stammt wie der Altar und ein Teil der Fenster aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und wird von Kennern als eine der klanglich schönsten Lyons gerühmt.

Die Kirche, die während der Französischen Revolution als eine Art überdachte Markthalle mit Ständen und Geschäften in den Kapellen missbraucht worden war, wurde erst unter Napoleon wieder zu einer Stätte des Gebets.

1858 durchbrach man im Zuge einer Renovierung die Hauptfassade mit einer Fensterrosette. Das schmucklose Innere der Kirche verliert heute durch den Schein von 15 Kronleuchtern und unzähligen Opferkerzen viel von seiner ursprünglichen Strenge.

Eglise Saint-Nizier
Bereits im 5. Jahrhundert erinnerte an dieser Stelle eine Kirche an den hl. Pothinus und die ersten Christen von Lyon, die im umgebenden Viertel gelebt haben sollen.

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde sie durch eine größere, dem tatkräftigen Lyoner Bischof Nizier geweihte Kirche ersetzt. Das heutige Bild des Gotteshauses wird durch die ungleichen Türme geprägt: Der linke kompakte Glockenturm aus rotem Backstein stammt aus dem Jahr 1454, die rechte, kapriziös durchbrochene Turmspitze wurde 400 Jahre später ergänzt.

Die Asymmetrie der Fassade wird durch den wuchtigen Bogen des Hauptportals noch unterstrichen, ein Werk des Renaissance Architekten Philibert de l'Orme. Trotz dieser mehr oder weniger gelungenen Ergänzungen ist Saint-Nizier ein schönes Beispiel des spätgotischen Flamboyantstils.

Eine kunstvolle Galerie umzieht die Apsis und das ausladende Kirchenschiff, dessen Seiten sich zu den Kapellen öffnen. Einige davon sind eng mit der Geschichte Lyons verbunden: In der Kapelle des hl. Franz von Sales findet man das Grab des ersten Lyoner Verlegers Barthelemy Buyer, die Kapelle des hl. Aloysius von Gonzaga diente während der deutschen Besatzung als Treffpunkt der Resistance, und in der südlichen, dem hl. Jakobus geweihten Kapelle tagten im Mittelalter die Ratsherren der Stadt.

Auffallend sind auch zwei monumentale Bronzestatuen der Heiligen Peter und Paul sowie eine große Uhr von 1549 an Stelle eines Schlusssteines im ersten Joch.

Die Kirche, in der Laurent Mourguet und der Physiker Andre-Marie Ampere getauft wurden, machte zuletzt im Sommer 1975 spektakuläre Geschichte, als 60 Prostituierte sie besetzten, um ihrer Forderung nach gesellschaftlicher Anerkennung Nachdruck zu verleihen. Der Entschluss der Stadtoberhäupter, "faire de Lyon une ville propre", hatte brutale Willkürlichkeiten der flics nach sich gezogen. Sie terrorisierten die "Beiles de nuit", wo immer sie diese stehen sahen. Vor Gericht bezichtigte man die Damen schlimmster Verbrechen: "... hat Passanten männlichen Geschlechts angelächelt...!"

Die kleine Gesellschaft von Kirchenbesetzerinnen wuchs in wenigen Tagen auf mehrere Hundert an, und ihr Protest zeugte fort: In Paris, Marseille und anderen französischen Großstädten fanden sich die Kirchenwärter plötzlich mit Aufrührerinnen unter einem Dach.

Eglise Saint-Georges
Die Anfang des 6. Jahrhunderts gegründete Kapelle gehörte lange Zeit den Rittern des Malteserordens.

Es wird behauptet, dass die Kirche dem hl. Georg, dem Drachentöter, geweiht wurde, damit dieser den sektiererischen Umtrieben der Geheimbündler, die sich in diesem Viertel eingenistet hatten, ein Ende mache.

Die heutige kleine Kirche wurde 1848 errichtet, 1860 wurde der spitz zulaufende Turm hinzugefügt, dem sie ihre Geschlossenheit verdankt.

Leider ist sie nur zu den Gottesdiensten geöffnet (Messe: Samtags 18 Uhr).

Eglise Saint-Paul
An Stelle der 549 vom hl. Sacerdos geweihten Kirche wurde nach deren Zerstörung 1084 mit dem Bau des heutigen Gotteshauses begonnen, dessen Fertigstellung jedoch noch fast 200 Jahre auf sich warten ließ.

Die lange Dauer der Bauarbeiten schlug sich in den von der Romanik zur Gotik überwechselnden Stilelementen nieder, deutlich sichtbar an der Gestaltung der achteckigen Kuppel und des viereckigen Glockenturmes. (Der Laternenaufsatz der Kuppel wurde erst im 19. Jahrhundert ergänzt.)

Spätere Generationen trugen das Ihre dazu bei, das Innere der Kirche zu "verschönern".

Im 18. Jahrhundert versteckte man die schönen schlichten Stein bordüren, sorgsam gemeißelte Kapitelle, kannelierte Pfeiler und Bögen unter einer dicken Putzschicht, und erst das erwachende historische Interesse des 19. Jahrhunderts gab der Kirche einen Teil ihres ursprünglichen Aussehens zurück.

Besonders der Anregung des 1831 zum Inspekteur der Kunstdenkmäler Frankreichs ernannten Schriftstellers Prosper Merimee ist es zu verdanken, dass die Kirche nicht einfach kurzerhand abgerissen wurde.

Heute sind die Lyoner wieder stolz auf ihre Kirche und das umso mehr, als sie auch das älteste Glockenspiel der Stadt beherbergt. Bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, ertönt es in seiner jetzigen Form seit 1629.

Die Kirche ist nur unregelmäßig geöffnet.

Espace Brotteaux
"Bahnhof zu verkaufen", warb die regionale Presse Anfang des Jahres 1983.

In der Tat wusste die Eisenbahngesellschaft S.N.C.F. nicht, wie sie diesen 1908 errichteten schlossartigen Bau nutzen sollte, nachdem der neue Mammut-Bahnhof des Viertels Part-Dieu in Betrieb genommen war.

Vor 35 Jahren wäre das Jugendstil-Schmuckstück noch für 4 Millionen Francs zu haben gewesen. Louis Pradel plante damals, hier ein Museum zu installieren. Inzwischen verlangte die S.N.C.F. das Doppelte. Käufer fehlten zunächst, und so fantasierte man umso mehr über diverse Nutzungsmöglichkeiten.

Die genussversprechendste sah vor, hier einen Tempel für Lyoner Gastronomen einzurichten. Andere Planer träumten von einem Luxushotel, einem Supernachtklub, einem Sportzentrum oder einem Ausstellungsgelände.

Inzwischen ist das Rennen entschieden: der "Saal der verlorenen Schritte" mit seinen Fresken, Mosaiken und Holzverzierungen wurde zu einem internationalen Auktionszentrum a la Sotheby umgebaut.

Außerdem wurde in der Espace Brotteaux, wie der Ex-Bahnhof nun heißt, das Restaurant "Le Gourmandin" eingerichtet, auf dass Kunst, Kommerz und Kulinarisches einträglich unter einem Dach vereint sind.

Eurexpo
Seine verkehrsgünstige Lage machte Lyon schon bald nach seiner Gründung zum umsatzgrößten Handelsplatz Frankreichs.

Wer und was von Süden nach Norden reiste und umgekehrt, musste die Stadt an Rhone und Saone passieren. Was lag da näher, als in der Stadt selbst eine Messe als Zentrum für den Austausch wirtschaftlich-technisch interessanter Informationen und Produkte einzurichten?

Bis 1984 fand die Foire de Lyon auf dem Gelände am Quai Achille-Lignon statt, im März 1985 wurde die 67. Internationale Messe in Chassieu eröffnet. Clou der Veranstaltung: die Schere, mit der das blau-weißrote Band durchschnitten wurde, fiel buchstäblich vom Himmel - ein Fallschirmspringer brachte sie aus 700 m Höhe herab.

Die Aktion machte Schlagzeilen, die Besucherzahl weniger. 500000 Neugierige waren erwartet worden, eine Menge, die selbst drei Jahre später noch nicht erreicht war. "Ziehen Sie stabile Schuhe an!" wird den Besuchern in Hinsicht auf den 40 km langen Ständespaziergang empfohlen.

Mit 125.000 m² Ausstellungsterrain, davon 90 000 m² überdacht, ist Eurexpo gleichwohl etwas kleiner als die Frankfurter Messe. 1987 warben 2000 Aussteller aus 18 Ländern für ihre Produkte.

Die Foire-Internationale de Lyon findet gewöhnlich Ende März statt. Während der Messe verkehrt ein Pendelbus vom Bahnhof Part-Dieu und der Metro-Endstation Laurent Bonnevay.

Gare de la Part-Dieu
Der wichtigste Bahnhof Lyons, immerhin vier Mal so groß wie die Gare Perrache, sieht nicht wie ein Bahnhof aus.

Das Gebäude aus rosafarbenem Beton und 500 m² Spiegelglasfassade ist in Hufeisenform um einen mit Springbrunnen und Bäumen hübsch möblierten Platz gebaut.

Die Architekten, unter anderen Charles Delfante und Jean Girodet, integrierten außer den bahnhofsüblichen Dienstleistungsgewerben auch Büros und Wohnungen in den Komplex, der im Oktober 1983 mit der Eisenbahn-Kantate (Cantate du Chemin de fer) von Hector Berlioz offiziell eingeweiht wurde.

Seitdem startet hier der T.G.V. (Train a Grande Vitesse), Lyons "Metro" nach Paris. In genau zwei Stunden überwindet der Hochgeschwindigkeitszug mit Flugzeug-Appeal die 425 km lange Strecke.

Die Fahrkarte ist nicht teurer als für die normalen Züge, doch muss der Reisende seinen Platz im TG.V reservieren.

Hotel-Dieu
Das erste Krankenhaus von Lyon gründeten 542 der Frankenkönig Childebert I. und seine Gattin Ultrogothe westlich der Saone im Viertel Saint-Paul.

600 Jahre später entstand auf der Halbinsel ein zweites städtisches Krankenhaus, das, wiederholt erweitert, Mitte des 18. Jahrhunderts unter der Bauleitung des berühmten Jacques-Germain Soufflot sein heutiges Gesicht erhalten sollte.

1741 wurde der Grundstein der Soufflot-Fassade gelegt, die, wohlproportioniert, über eine Länge von 325 m das rechte Rhone-Ufer schmückt. Der Meister hatte auch Pläne für eine imposante Kuppel angefertigt, reiste aber während der Bauarbeiten nach Paris ab, um dort das Pantheon zu überwölben und überließ die Ausführung dem Architekten Toussaint Loyer, der den Bau nachlässig zu Ende brachte.

Erst 1970 - Loyers Kuppel brannte im Zweiten Weltkrieg aus - wurde der so genannte grand dome des Krankenhauses nach den Originalplänen, wenn auch aus Beton, neu erbaut und erscheint heute als Krönung der noblen Anlage.

Die kleinere Kuppel des Gebäudes wurde 1622 über der nördlichen Kapelle errichtet. Durch den kreuzförmigen Grundriss der vier Krankensäle, die alle in die Kapelle mündeten, konnten die Patienten vom Bett aus an der Messe teilnehmen.

In dem Krankenhaus arbeitete neben anderen ärztlichen Berühmtheiten auch der Geistliche, Arzt und Schriftsteller Francois Rabelais, der in seinem Testament verkündete: "Ich besitze nichts, ich schulde alles, ich vermache den Rest den Armen."

Rund um den Innenhof - derzeit als Autoparkplatz missbraucht - hat man in goldenen Lettern den Wohltätern ihre Spenden quittiert. Nachdem die Geldbeträge seit dem Jahr 1482 kontinuierlich gewachsen waren, bricht die Liste 1932 unvermittelt ab.

Das kleine Musee des Hospices Civils dokumentiert die Lyoner Hospitalgeschichte durch 14 Jahrhunderte.

Hotel de Ville
1646, drei Jahre nachdem sich der Sonnenkönig auf dem Französischen Thron niedergelassen hatte, legte Baumeister Simon Maupin den Grundstein für Lyons Rathaus.

Doch sein Werk wurde ein Raub der Flammen, noch bevor das grand siede seinen Pomp voll entfaltet hatte.

1700 unternahm Jules Hardouin-Mansart einen Restaurierungsversuch, den die Lyoner ihm bis heute nachtragen. Die Renaissance-Architektur seines Vorgängers war Mansart zu bescheiden und so vergrößerte er das Rathaus in optisch wirkungsvoller Weise, entsprechend dem neuaufkommenden theatralischen Stil des Barocks, mit dem sich in ganz Frankreich der Absolutheitsanspruch Louis XIV präsentierte.

Der durch Eckflügel begrenzte Mittelbau erhielt ein zweites Stockwerk, und der Glockenturm über der symmetrischen Fassade wurde durch eine Kuppel auf 40 m erhöht. In seinem Gestühl klingen heute 40 Glocken in drei Oktaven, allerdings nur zu Ehren des Papstes oder ähnlich famosen Gästen oder Anlässen. Die kleinste wiegt 13 kg, die größte knapp 5 Tonnen, die älteste gossen die Galloromanen im 2. Jahrhundert.

Der Turm wird rechts von Minerva, links von Herkules flankiert. Henri IV auf seinem Pferd beherrscht die Fassadenmitte unterhalb der Balustrade, seitdem Revolutionäre 1792 Louis XIV entfernt haben. Die großen Fenster zu beiden Seiten des Balkons im 1. Stock haben dreieckige Giebelfelder, das Eingangsportal aus Eichenholz wird von zwei Porphyrsäulen gerahmt.

Das Rathaus ist eines der schönsten Frankreichs, nachts verzaubern es Scheinwerfer in ein strahlendes Schloss.

Im Innenhof, der von der Place de la Comedie aus betreten wird, begegnet man einem Zyklopen von extraordinärer Anatomie: für gewöhnlich besitzt diese Gattung ein Auge zu wenig - dieser Geselle aber riskiert eines zu viel.

Ein Spaziergang durch den Prunk des Rathausinneren ist das Privileg offizieller Gäste. Lyoner und Touristen müssen mit ihrem Besuch auf einen Tag der offenen Tür warten, und der ist selten.

Bei der letzten Gelegenheit drängten sich dann auch 35.000 Neugierige durch die gold- und kristalllüsternen Säle, die im Stil Louis' XIV. überreich dekoriert wurden, und unter Louis Pradel ihren vollen Glanz zurückerhielten.

Maison des Canuts
Was nur irgendeine Beziehung zum seidenen Gewerbe hat, ist hier ausgestellt: eine Dokumentation über die Seidenraupen, Spinnräder, Spindeln, Weberschiffchen, Webproben, Fadenspulen, Lochkarten und vieles mehr.

Sogar ein Fetzchen von der Seidentapete, mit der Picasso sein Badezimmer tapezieren ließ, gab es bis vor kurzem zu bewundern, bis es jemand gestohlen hat.

Den meisten Platz beanspruchen ein Jacquard-Handwebstuhl des 19. und ein mechanischer Webstuhl des 20. Jahrhunderts. Es besteht die Möglichkeit, für einen geringen Unkostenbeitrag an einer Führung (auf Französisch) teilzunehmen, bei der unter anderem die Funktionsweise der Webstühle erklärt wird.

Während ein mechanischer Webstuhl je nach Muster 5-10 m Stoff am Tage produziert, schafft der Handweber ganze 15 cm.

Da jedoch nicht alle Gewebearten industriell hergestellt werden können - zum Beispiel der Seidenbrokat, den man benötigt, um Marie-Antoinettes Schlafzimmer in Versailles wieder originalgetreu ausstatten zu können -, gibt es auf der Croix-Rousse noch immer einige Ateliers, in denen traditionell gewebt wird, zum Beispiel auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Museum.

Die Führung endet mit einer praktischen Demonstration, Gelegenheit, den Jacquard einmal weben zu sehen und vor allem auch zu hören. Das Geräusch ist wirklich bemerkenswert, und man muss dem Schriftsteller Michel Tournier Recht geben, der es so beschrieb: "Das Lied des Jacquard war recht verschieden von dem verworren-metallenen Rattern moderner Webstühle. Die reichlich vorhandenen Holzteile, seine relative Langsamkeit, die beweglichen Teile, die kompliziert, aber nicht zahlreich und zumindest für ein geübtes Ohr leicht herauszuhören waren - all das trug dazu bei, dem Rasseln des alten Webstuhls etwas Besonderes, Würdiges zu verleihen, das einer Sprache verwandt war."

Musee des Arts Decoratifs
Das Museum der bildenden Künste besucht man am besten morgens.

Die 30 Säle in dem eleganten, efeuumrankten bürgerlichen Stadthaus enthalten unter anderem eine wertvolle Sammlung von Pendeluhren.

Der knarrende Schritt des Besuchers verliert sich schnell in den hohen Räumen, in denen leise die Uhren ticken. Unvermittelt beginnt eine hell klingend die volle Stunde anzugeben: 11 Schläge. Aus anderen Sälen antwortet es glockenklar. Man vergisst seinen Besichtigungsgang und horcht nur noch auf die alten Uhren.

Eine der schönsten befindet sich in Saal 29 im 2. Stock: eine Standuhr aus der Epoche Louis XIV mit prachtvollen Silberintarsien in Ebenholz. Ein Kuriosum ist die "Pendule Cage", die in Raum 12 des 1. Stocks unter der Decke hängt. Das Zifferblatt bildet den Boden eines Vogelkäfigs; das darin sitzende gefiederte Kolibripärchen hat, dank einer eingebauten Mechanik, ehemals sogar gesungen.

Außer dem Uhrenreichtum birgt das Museum noch zahllose Kostbarkeiten, die, vorbildlich instandgesetzt, die Räume so vornehm und gleichzeitig intim möblieren, dass man sich in einem wohlhabenden Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts glaubt.

Beachtenswert sind die Kollektionen von Edelsteinschnitzereien (Saal 12) und italienischen Fayencen (Saal 21, 23) sowie die Gobelins, Tafelsilber und eine Waffensammlung.

Musee des Beaux-Arts
Der Lyoner Louvre mit seinen neunzig Sälen wurde 1659-86 von dem Avignoner Francois Royer de la Valfeniere erbaut.

Die ehemalige Benediktinerabtei umschließt einen Garten, in dem man zwischen Bäumen und Rodin-Skulpturen lustwandeln kann. Das Äußere des piemontesisch barocken Palais ist frisch renoviert, und auch im Inneren wird seit kurzem umgehängt und neu geordnet.

Im ersten Stock kann man durch 18 Säle die Entwicklung der Lyoner Malerei vom 17. Jahrhundert bis heute verfolgen. Pierre Puvis de Chavannes (1824-98), mit Pariser Aufträgen reich gesegnet, hat offensichtlich dennoch etwas Muße für seine Geburtsstadt erübrigen können, um die Wände des Treppenhauses mit seinen der Antike nachträumenden Impressionen zu füllen.

In Saal 53 hängen zwei Bilder von Paul Chenavard, der, Lyoner aus Passion, Baudelaire für einen wenig schmeichelhaften Vergleich diente: "Chenavards Kopf gleicht der Stadt Lyon: er ist vernebelt, rußig, gespickt mit Spitzen, wie die Stadt der Kirchtürme und Schornsteine. In diesem Kopf erscheinen die Dinge nicht transparent, sondern spiegeln sich wie durch ein Meer von Dämpfen."

Ein interessantes Beispiel der Kunst des Symbolismus hängt in Saal 51: "Das Gedicht der Seele" von Louis-Francois Janmot. Der "Gedicht"-Zyklus umfasst die ausgestellten achtzehn Gemälde. Einige Hundert Verse, in denen der Maler sein Werk interpretiert, und weitere sechzehn Zeichnungen werden uns von dem Museum leider vorenthalten. (Die kleine, am Museumseingang erhältliche Broschüre verschafft eine vage Vorstellung von Janmots Visionen.)

Seinen Protagonisten begegnet man zum ersten Mal im "Printernps": das Mädchen, symbolisch in weiß, der Knabe in rose. In einer den Franzosen eigenen Vorliebe für das Enzyklopädische lässt er sein Paar den Lebensweg einer typisch Lyoner Seele der ersten Jahrhunderthälfte zurücklegen, von der Wiege übers Grab bis - nimmt man seine letzte Zeichnung "Sursum corda" hinzu - zur Auferstehung. Bedrückend ist "Le Couchemar" (Der Albtraum), eine grandiose Angstvision, wie der Filmregisseur Altred Hitchcock sie nicht besser hätte in Szene setzen können.

In Saal 64 finden Liebhaber eine gut sortierte Münzsammlung, beginnend mit griechisch-römischen: hartgeldgeprägte Charakterköpfe, die seinerzeit Geschichte gemacht haben.

Die Säle 65- 78 versammeln Kunstgewerbliches verschiedener Kulturen und Epochen. Die orientalische Abteilung beginnt mit dem Saal 80.

Eine erschöpfende Gemäldesammlung zieht sich über den zweiten Stock hin. Hier findet man neben ambitiösen Sonntagsmalern so viel versprechende Namen wie Perugino, Veronese, Cranach d. Ä., EI Greco, Rembrandt, Rubens, Delacroix, Courbet, Daumier, Degas, Manet, Monet, Renoir, Gauguin, van Gogh, Dufy, Matisse, Utrillo, Picasso und Max Ernst. Die meisten Bilder wurden leider so eng neben- und untereinander gehängt, dass sie erheblich an Wirkung verlieren. Wer die Räume chronologisch vom 13. bis zum 20. Jahrhundert abschreiten will, beginne in Saal 15.

Die Skulpturensammlung, die über die Räume des 1. und 2. Stockwerks verteilt wurde, umfasst Werke von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Die älteste Statue lächelt einem in Saal 65 entgegen: ein Mädchen aus der Korengruppe der Akropolis des 6. Jahrhunderts v. Chr.

Ein Meisterwerk sind die Miniaturbronzen von Honore Daumier in zwei Vitrinen in Saal 32: sechsunddreißig Karikaturen zeitgenössischer Berühmtheiten, eine triefäugiger und knollennasiger als die andere. Der Karikaturist mit dem enthüllenden Blick porträtierte das Parlament der Julimonarchie, das Karl Marx mit einer "Aktienkompagnie zur Ausbeutung des französischen Nationalreichtums" verglich. Besonders gut gelungen ist Daumier der damalige Lyoner Bürgermeister Dr. Clement-Francois-Victor-Gabriel Prunelle, den er boshaft prune (Pflaume) zu nennen pflegte.

Musee de la Civilisation Gallo-Romaine
Unter dem äußeren Schein betongewordener Hässlichkeit baute Architekt Bernard H. Zehrfuss fünfstöckig in die Tiefe des Hügels Fourviere, und so sind die Überreste der gallisch-römischen Zivilisation da aufgehoben, wo man sie einst fand.

Abwärts wandert der Besucher einen Spiralengang durch siebzehn Sektionen - aufwärts bringt ihn der Fahrstuhl zurück an den Ausgangspunkt.

In jeder Abteilung informiert eine Beschreibung ausgiebig und interessant, wenn auch leider nur auf Französisch, über Entwicklung und Ausprägung der gallo-romanischen Kultur.

Am Eingang ist die deutsche Übersetzung als Buch erhältlich. Für Lateinkundige: die Tafeln des Kaisers Claudius hängen in Saal IV. Dieser Lugdunumer, am 1. August 10 n. Chr. in Lyon geboren, gewährte seinen gallischen Freunden, was er im Senat für sie erstritten hatte: das begehrte römische Bürgerrecht. Sein berühmter Diskurs wurde auf einer Bronzetafel verewigt. Von den Teilstücken der in irgendeinem Jahrhundert zerbrochenen table claudienne sind bis jetzt erst zwei gefunden worden. Vielleicht bringt der Metro-Ausbau die noch fehlenden Scherben ans Tageslicht.

In Saal VIII thront das Gigantenhaupt der Kybele mit Spuren einer ehemaligen Haarbemalung: blutrot. Der nächste Raum ist das Herzstück des Museums. Ein Modell veranschaulicht die Architektur des antiken Lugdunum - daneben gibt ein Fenster den Blick auf das Ausgrabungsgelände frei, so dass in der Vorstellung des Betrachters Damals und Heute verschmelzen können.

Doch auch die Zahlreichen anderen Ausstellungsstücke tragen dazu bei, das antike Lugdunum vor dem Auge des Betrachters wieder lebendig werden zu lassen: Statuen, Grabtafeln, gallische Streitwagen aus der Eisenzeit, wertvolle Mosaike, Hausrat und Gegenstände des täglichen Bedarfs sind mustergültig exponiert.

Musee Guimet d'Histoire Naturelle
Die 1772 gegründete naturkundliche Sammlung, eine der ältesten Europas, wurde 1913 aus dem Palais Saint-Pierre in das heutige Haus verlegt, dessen Erbauung man Emile Guimet verdankt.

1879 beauftragte er den Architekten Chartron, für Lyon ein Museum zu errichten, das seine religions geschichtliche Sammlung aufnehmen sollte. Indes, daraus wurde nichts: Guimet vermachte seine Schätze Paris, und das dreieckige Gebäude blieb unvollendet.

Mit erheblichem Verlust verkaufte die Stadt es schließlich an die "Frigorifique"-Gesellschaft, die aus der Baustelle das erste Eislaufstadion Lyons machte.

In dem großen Saal, wo heute vorsintflutliche Skelette die Kinder entzücken, tummelten sich bis 1909 Schlittschuhläufer. Dann kaufte Lyon das Gebäude zurück, um darin Reste der Guimet-Kollektion und seine Flora und Fauna-Dokumentation unterzubringen. Diese Sammlung ist ein wenig verstaubt und nicht auf den neuesten Stand der Präsentationskunst.

Trotzdem erfreut sie sich eines großen Besucherandrangs und manchmal lautstarker Resonanz bei den Kindern. Sie drängen sich um einen Wal: Tas vue, Maman? Seine Zunge wiegt 3158 Kilo!" Das Museum umfasst bis jetzt sieben Abteilungen: Mineralogie, Paläontologie, Zoologie, Ethnologie, Ägyptologie, Aquarien und die Region Lyonnaise.

Musee de l'Imprimerie et de la Banque
Wer sich für Bücher und wie sie gemacht werden interessiert und außerdem gut französisch versteht, den wird die didaktische Aufbereitung dieser Ausstellung begeistern.

Lückenlos, durch Fotos und Objekte veranschaulicht, entrollt sich in diesem verwinkelten Gebäude die Geschichte der Gravuren- und Buchdruckerkunst - von einer Seite der Gutenbergbibel bis zum Offsetdruck.

Eine interessante Studie vergleicht die jährliche Buchproduktion in Frankreich während verschiedener Epochen. Unter Napoleon III., im Second Empire, überschritt sie 12 000 Titel. 1960 wurden dagegen nur 11 782 Bücher gedruckt. Sehenswert sind die große Kollektion der Modelen von Miniaturholzschnitten aus dem 16.-18. Jahrhundert, mit denen die Bibel illustriert wurde (2. Stock), sowie antike Druckpressen, Papierschneidemaschinen und Typografen.

Außerdem enthält das Museum eine Dokumentation des Bankwesens, vor allem des Credit Lyonnais, einer der führenden Geschäftsbanken Frankreichs.

Musee de la Marionnette im Hotel de Gadagne
Selbst wenn die mechanischen Gliedermenschen unbelebt im Glaskasten hängen, spricht noch unnachahmliche Anmut aus ihren Gesten.

Die Puppengesellschaft, die in dem 1527 gebauten Haus der florentinischen Bankiersfamilie Gadagne wohnt, ist international. Ihre wertvollsten Vertreter stammen aus der Kollektion von Leopold Dor, die seit 1956 das Museum bereichert.

In Saal XIV hat ein kindergroßer Pierrot gerade sein Maskenlachen vom Gesicht gezogen und blickt aus dunklen Augen so traurig, dass man meint, gleich eine Tränenflut hervorquellen zu sehen. Neben ihm präsentiert sich "Le Jongleur".

Die Gedanken verheddern sich, wenn man versucht, den Mechanismus zu begreifen, der ihn auf einer Bühne bewegen würde. Es handelt sich um Marionettenspiel hoch drei: Der Mensch führt per Faden den Jongleur und dieser mit seiner Rechten einen Miniaturkollegen, der mit der linken Hand wiederum eine Puppe tanzen lässt.

Neben unterschiedlich gearbeiteten Guignol-Marionetten beherbergt das Museum auch Schattenfiguren aus der Türkei und aus Fernost sowie Marionetten aus Java, England, Holland, Rußland und anderen Ländern.

Musee Historique des Tissus
In den Räumen des Hotel de Villeroy, einem reichen Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts, wurde 1951 eine beispiellose Textilkollektion untergebracht.

Seitdem sind die zahlreichen hohen Fenster meist verdunkelt, um die wertvollen Ausstellungsstücke vor dem Ausbleichen durch grelles Sonnenlicht zu schützen. Gewebe aus der koptischen Kultur Ägyptens neben wunderschönen Seidenträumen Lyoner Weber: Das weltgrößte Stoffmuseum spinnt den Faden des Weberhandwerks von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Es scheint keinen Stoff, kein Dessin, keine Web- und Sticktechnik zu geben, die nicht in diesen Sälen vertreten wäre.

Die Schätze des Museums sind so unerschöpflich, dass die Objekte in unregelmäßigen Abständen ausgetauscht werden, um anderen, noch nicht ausgestellten Kostbarkeiten Platz zu machen. Auf eine genaue Saalbezeichnung wurde hier daher verzichtet.

Prunkstück der ältesten Exponate ist ein 1.600 Jahre alter roter Mantel aus reiner Kaschmirwolle.

Das Seidengemälde "Feldblumen"schimmert in silbriger Raffinesse, und die "Paradiesvögel" von Schulz et Berand sind so fragil gestickt, dass man zur Lupe greifen möchte.

Der "Meerkater im Mondenschein", eine Seiden stickerei aus Japan, ist im wörtlichen Sinne haargenau wieder gegeben. Stoffdrucke des Malers Raoul Dufy und der Malerin Sonia Delaunay vertreten die Moderne.

Eine historische Modenschau präsentiert unter anderem die phrygische Mütze der Jakobiner und Damenschuhe aus der Biedermeierzeit, bei denen man sich fragt, wie man in so viel Winzigkeit überhaupt gehen konnte.

Opera (Grand Theatre)
Wo sich im Mittelalter die städtischen Bogenschützen übten, entstand im Jahr 1756 das erste Grand Theatre.

D'Alembert lobte das Gebäude in einem Brief an Voltaire: "Der neue Saal ist sehr schön und eines Soufflot würdig, der ihn gebaut hat. Es ist der erste Saal, den wir in Frankreich haben, und ich wäre dafür, als Inschrift anzubringen: longo post tempore venit (Er kam, wenn auch spät)".

Doch lange sollte der Bau nicht bleiben: Bereits 70 Jahre später wurde er abgerissen. Angeblich war er nicht groß genug. Das neue Opernhaus, 1831 eröffnet, hatte 1100 Plätze. Sein Architekt, der junge Paul Chenavard, liebte offensichtlich die strahlende Urania wenig, denn er stellte auf das Dach nur acht Musen - die Sternkundige glänzt durch Abwesenheit.

Dem Gebäude fehlt es auch anderweitig an schönem Schein. So ist der grell leuchtende Hinweis "Opera" in der Fassadenmitte genauso stillos wie überflüssig.

Die trostlose Einrichtung und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen führten 1987 zur Schließung, nachdem sich die Stadtväter von der Notwendigkeit eines völligen Umbaus überzeugt hatten. Nach einem Entwurf des französischen Stararchitekten Jean Nouvel wurde das klassizistische Bauwerk z. Zt. entkernt und mit einer futuristischen Glaskuppel überhöht.

Geplant sind ein ganz in Schwarz gehaltener Saal für 1.300 Personen, ein Amphitheater mit 200 Plätzen, ein Aufnahmestudio, ein Ballett-Studio sowie drei zusätzliche Stockwerke für Verwaltung und Bühnenwerkstätten.

Palais du Commerce
Die neubarocke Handelskammer, 1856-60 von Rene Dardei erbaut, ist eines der am überschwänglichsten mit Stuck dekorierten Gebäude Lyons und lohnt mindestens zwei Blicke, denn neben der Vorder- ist auch die Rückfront sehenswert.

Man betritt sie von der Place de la Bourse aus. Von der Galerie im 1. Stock genießt man den Blick auf den großen Börsensaal mit den Anschlagtafeln für die Börsenkurse.

Mächtig überladen ist die Decke des Saales, die von schönbusigen Weibern und muskulösen Jünglingen anmutig getragen wird.

Palais de Justice
Unübersehbar hat sich Architekt Louis-Pierre Baltard (1764-1846) mit der Fassade des Justizpalastes am Athener Parthenon-Tempel orientiert, auch wenn die korinthischen Kapitelle der 24 Säulen einem späterem Geschmack entsprechen und die Proportionen des Gebäudes nicht vollkommen stimmen.

Nach der Vollendung, 1835, ereiferte sich ein Advokat über das Prunkstück: "Malgre son prix enorme, on le decrit d'un trait: Facade ambitieuse et flancs qui font regret!" (Trotz seiner gewaltigen Kosten hat er nur ein Merkmal: anspruchsvolle Front und enttäuschende Flügel.)

Palais Saint-Jean
Von dem Erzbischofssitz, im 15. Jahrhundert durch Kardinal Charles de Bourbon errichtet, steht nur noch ein Treppentürmchen, liebevoll restauriert.

Das Gebäude wurde Ende des 18. Jahrhunderts völlig umgebaut und ist heute Sitz der Academie des Sciences et Beiles Lettres.

Am 2. Juni des Jahres 1700 schrieb der französische Kunsttheoretiker Nicolas Boileau-Despreaux in froher Erwartung an den Lyoner Gelehrten Claude Brossette: "Ich bin begeistert über die Akademie, die in Ihrer Stadt entsteht. Sie wird ohne große Mühe die Akademie von Paris an Würde übertreffen."

Diese Hoffnung wurde zwar nicht eingelöst, aber immerhin war u. a. Voltaire Mitglied der Lyoner Akademie. In ihren Räumen verkörperte er 1754 in einem seiner Stücke den Brutus.

Heute sind in dem Gebäude eine städtische Bücherei und die Archives Municipales, das Stadtarchiv, untergebracht.

Wer den Staub der Jahrhunderte nicht fürchtet, findet im Fremdenregister von 1802 die amtliche Eintragung: "Alter: 32 Jahre, Größe: 1 Meter 766 Millimeter, Haar und Brauen: kastanienbraun, Augen: braun, Nase: mittelgroß, Mund: klein, Kinn: rund, Stirn: bedeckt, Gesicht: ovak.

Der so beschriebene Wanderer, der auf seinem Weg nach Bordeaux in Lyon Station machte, war kein anderer als Johann Christian Friedrich Hölderlin, wie die Unterschrift bezeugt. Als Beruf vermerkte der französische Beamte in altmodisch-schöner Genauigkeit: homme de lettres.

Theatre des Celestins
Der Name des Theaters leitet sich nicht von dem Heer der Barockengelchen ab, die den Innenraum beflügeln, sondern von den Zölestinern, dem "Orden der Himmlischen", den der spätere Papst Zölestin V. im 13. Jahrhundert gründete.

Bereits 1791 stand auf diesem Platz ein Schauspielhaus, das während der Revolution in eine "Schule der Sitten", zumindest dem Namen nach, umgewandelt wurde.

Das heutige Theatre erbaute Gaspard Andre, der auch den Brunnen auf der Place des Jacobins entwarf. Die Decke des kleinen familiären Zuschauerraums schmückt ein Fresko "Der Traum des Aristophanes".

Wie die Opera kann auch das Theater nur im Rahmen der abendlichen Veranstaltungen besichtigt werden.

Theatres Romains
Seit 1933 wird hier nach den Resten der gallisch-römischen Zivilisation Lugdunums gegraben; die bisherigen Funde sind beachtlich.

Bis heute wurden vier Bauwerke entdeckt. Das Grand Theatre, 16 v. Chr. unter Augustus errichtet, wurde 121 n. Chr. von Hadrian vergrößert. Dieses erste Theater Galliens war mit 108 m Durchmesser größer als die von Arles und Orange. Rund 10.000 Zuschauer konnten sich hier an Plautus Komödien ergötzen.

Stolz sind die Archäologen über die Entschlüsselung des antiken Vorhangmechanismus, von dem sich ein erklärendes Modell im Musee de la Civilisation Gallo-Romaine befindet. Das Odeon, im 2. Jahrhundert erbaut, bot 3.000 Menschen die Möglichkeit, Konzerte und Vorträge in einer ausgezeichneten Akustik zu hören. Der bunte geometrische Fußbodenbelag entspricht einer strengen Rekonstruktion. Alljährlich im Sommer erwachen Grand Theatre und Odeon beim "Festival de Lyon" zu neuem Leben.

Oberhalb des Theaters stand der Tempel der Kybele, einer kleinasiatischen Göttin. In den Ausmaßen so riesig wie das Heiligtum in Ostia (86 m lang und 52 m breit), wurde er am 9. Dezember 160 eingeweiht. Zur Frühlingszeit verehrten hier die Gallo-Romanen ihre "Große Mutter" mit orgiastischen Opferfesten.

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