Kyriad Bordeaux St. Jean

Das 3***Kyriad Bordeaux St. Jean ist ein einfaches, freundliches Hotel, ca. 9 Gehminuten von der Innenstadt entfernt.


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Kyriad Bordeaux St. Jean En detalle

Unterbringung
Das Hotel verfügt über 89 Zimmer mit folgender Ausstattung:

  • Klimaanlage
  • Telefon
  • TV
  • Föhn
  • Klimaanlage
  • Tee-/Kaffeezubereiter

Hotelausstattung
  • Frühstücksraum
  • Lift

Verpflegung
  • Frühstücksbuffet

Bordeaux
Die Stadt ist unangefochten wirtschaftlicher, politischer und kultureller Mittelpunkt Südwestfrankreichs. 215.000 Menschen leben hier. Halbmondförmig schmiegt sich Bordeaux an den weiten Bogen der Garonne - 100 Kilometer vor der Einmündung des Stromes in den Atlantik.

Die gängigste Assoziation zum Namen dieser Stadt wird wohl Wein sein. Und das ist im weitesten Sinne absolut richtig, denn nahezu alles, was die Stadt heute ausmacht entwickelte sich aus der Tatsache, dass die weiten, fruchtbaren Gebiete rundherum die besten Böden für den Weinanbau besitzen. Der wirtschaftliche Aufschwung, die Errichtung von Hafenanlagen, der Bau mächtiger Kathedralen und Residenzen gründete sich auf den Reichtum, den die Stadt durch den Handel mit Wein erlangte.

Nähert man sich heute Bordeaux, sei es mit dem Zug, dem Auto oder dem Fahrrad, so vermitteln die schon von weitem am Horizont erscheinenden Wolkenkratzer nicht gerade den Eindruck, in eine von altertümlichen Bauwerken geprägte Stadt zu gelangen. Hat man sich jedoch endlich durch die von Verkehr verstopften, mehrspurigen Ringautobahnen gequält und das Stadtzentrum erreicht ist man sofort vom Charme der schmalen Gassen und verwinkelten Straßenzüge gefangen genommen.

Durch die Innenstadt weht noch der Hauch jener großen Zeit da hier die "Korkenaristokratie" noch politisch, wirtschaftlich und kulturell das Sagen hatte. Von Gasse zu Gasse erschließen sich neue Einblicke in diese längst vergangene Zeit.

Bordeaux und seine Einwohner stehen in dem Ruf, ein wenig eitel und selbstgefällig zu sein. Doch welche Stadt die auf eine derart lange und reiche Geschichte zurückblicken kann, die über eine vorzeigenswerte Altstadt verfügt und aus deren Region ein weltbekanntes Produkt kommt, stünde nicht im Verdacht deshalb ein wenig eingebildet zu sein.

Was die Bordelesen auszeichnet ist ihr Stolz. Tatsächlich sind sie etwas distanziert Fremden und modernen Einflüssen gegenüber. Einige Schriftsteller behaupten, dies rühre noch immer von den drei Jahrhunderten englischen Einflusses her.

Heute führt die Garonne meistens ein braunes, an heißen Sommertagen muffigen Geruch verbreitendes Wasser.

Der Auto- und Schwerlastverkehr bringt auch Bordeaux seine Probleme. Doch was bis heute geblieben ist, ist ein Stadtzentrum, welches die Bezeichnung Kleinod durchaus verdient.

Da stoßen mittelalterliche Gassen auf herrliche kleine Plätze, Parkanlagen unterbrechen die düsteren, zum Teil von Verfall gekennzeichneten Altstadtviertel; dann wieder geben weite Plätze sowohl den Kathedralen als auch dem modernen städtischen leben Platz.

Bordeaux ist eine liebenswerte Stadt, die dem Besucher den Aufenthalt äußerst angenehm macht. Es gibt viel zu entdecken, und man sollte sich schon einige Tage Zeit nehmen, die Altstadtviertel zu durchstreifen.

Herz der einstigen Hauptstadt der Aquitaine ist der Theaterplatz (Place de la Comedie). Hier steht das Grand-Theatre, in neo-klassischem Stil, zu Ende des 18. Jh. erbaut. Links von ihm ist der riesige Platz Quinconces mit einem Denkmal für die Girondisten. Zur Rechten, hinter dem Qual Marechal-Lyautey, kommt man zum Börsenplatz (Place de la Bourse), einer großen Architekturschöpfung des 18. Jh. In einem Bau befindet sich das Marinemuseum.

Esplanade des Ouinconces
Mit Superlativen sollte man vorsichtig umgehen. Deshalb ist der Spruch im Werbeprospekt von Bordeaux, dass die Esplanade des Quinconces mit ihren 126.000 Quadratmetern der größte Platz Europas sei, mit Vorsicht zu genießen. Während der Restauration (1815 - 1835) wurde das Chateau Trompette dem Erdboden gleichgemacht. Die darin untergebrachten Truppen hatten das zu Rebellionen neigende Gemüt der Bordelesen im Zaume halten sollen. An Stelle des geschliffenen Chateaus trat nun der wirklich riesige Platz.

Ein Teil wird heute von den städtischen Verkehrsplanern den Autofahrern als Parkfläche zugedacht. Gegenüber dem Platz erhebt sich das Girondistendenkmal, in der Mitte der Esplanade stehen die Statuen von Montaigne und Montesquieu.

Denkmal zu Ehren der Girondisten
Der Begriff Girondisten sollte zunächst einmal erläutert werden, um den Sinn des Monuments verständlich zu machen.

Bei den Girondisten handelte es sich um gemäßigte Republikaner der Französischen Revolution, benannt nach den einflussreichen Abgeordneten aus dem Departement Gironde. Sie stellten in der Legislative die Mehrheit und setzten 1792 die Kriegserklärung gegen Österreich durch. In Koalition mit den Jakobinern (wichtigste politische Gruppe der französischen Revolution) trugen sie zur Absetzung des Königs bei. Nach dem Aufstand der Sansculotten (Spottname für Revolutionäre; diese waren "ohne Kniehosen" im Gegensatz zur aristokratischen Mode), 1793, verloren sie an politischem Einfluss, und die führenden Köpfe wurden hingerichtet.

Das eindrucksvolle Denkmal zu Ehren von Girondisten und Republik zieht die Blicke aller Besucher auf sich. Das Denkmal soll die Helden der Revolution ehren, die sich den Montagnards geschlagen geben mussten. Es soll auch politisches Symbol für die Verbundenheit der Stadt mit dem republikanischen Gedanken sein. Die Denkmalssäule ist 43 Meter hoch. Auf ihrer Spitze setzt ein Freiheitsengel auf, der seine Ketten mit der linken Hand sprengt. Die rechte hält die Palmzweige der Freiheit. Am Fuß der Säule sind zwei bronzene Pferdeensembles untergebracht.

Eigentlich sollten hier die Statuen der Girondisten stehen, doch in Ermangelung ausreichender Finanzmittel musste man diese Lösung wählen.

Die Alleen des Intendanten Tourny
Sie waren die wohl einschneidensten Baumaßnahmen im Bordeaux des 18. Jahrhunderts. Tourny, im Range eines Intendanten, wie zu jener Zeit die hohen Verwaltungsbeamten Frankreichs hießen, war in Bordeaux nicht sehr beliebt.

Das hing damit zusammen, dass er vom König bestellt, normannischer Abstammung und Paris seine Heimatstadt war. Für die damaligen Verhältnisse hatte Tourny geradezu futuristische Vorstellungen. Sein Ziel war es, Bordeaux städtebaulich vom Mittelalter in die Moderne zu führen. 1745 ließ er die breiten Lindenalleen anlegen, dazu eine Reihe gleich aussehender Gebäude, die lediglich über ein Erdgeschoss und einen ersten Stock verfügten.

Der Grund für die niedrige Bauweise lag darin, dass das damals noch stehende Chateau Trompette auf seinen Wehrgalerien Kanonen postiert hatte: die Kanoniere sollten freien Blick haben und nicht durch Häuserdächer behindert werden.

Cours de I'Intendance
Wer über genügend Geld verfügt und einen Einkaufsbummel durch teure Geschäftspassagen machen möchte, findet hier sein Glück. Ein Spaziergang entlang der Cours de I'Intendance lohnt sich aber nicht nur der noblen Geschäfte wegen, sondern auch wegen der außerordentlich interessanten Architektur einiger Bürgerhäuser. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Häuser Nummer 5 und 13 geworfen werden.

Grand Theatre
Vor allem Architekten aus Paris waren es, die im Goldenen Zeitalter der Stadt ihr neues Aussehen verliehen. Das Grand Theatre - das wohl schönste Theater Europas - wurde vom Pariser Architekten Victor Louis gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag Richelieus erbaut. Es gilt als Louis architektonisches Meisterwerk.

Das gewaltige, neoklassizistische Gebäude misst 88 m in der Länge. Der an der Fassadenseite umlaufende Säulenumgang hatte eindeutig antike Vorbilder, denn der Architekt war ein großer Bewunderer römischer Kultur. So wird er von 12 korinthischen Säulen gestützt. 9 Musen runden das Bild eines antiken Tempels ab.

Die Vorhalle wird von dorischen Säulen gehalten, und unter der grandiosen Kassettendecke geht der Hallenboden in einen monumentalen Treppenaufgang über. Dieser wurde in Teilen für die Pariser Oper kopiert. Hinter dem Theater befindet sich der Cour du Chapeau Rouge. Ein neckischer Name, betrachtet man seine Entstehung: es hat nichts mit unserem Märchen "Rotkäppchen" zu tun, vielmehr geht es um eine Herberge, die einstmals an dieser Stelle stand und in der ein Kardinal- immerhin auch ein Rotkäppchen - zu speisen pflegte.

Place de la Bourse
Sollte man in einem Prospekt lesen, dass es sich bei der Place de la Bourse um den schönsten Platz Bordeaux handelt, so darf man nicht enttäuscht sein, wenn man sich dort aufhält, denn das Lob bezieht sich lediglich auf die architektonische Gestaltung des Platzes. Vor allem die breiten Fassaden des vom Architekten Jaques Gabriel geschaffenen Hotel de la Bourse und der vorgelagerte Brunnen Fontaine de la Trois Graces ergeben ein architektonisch vollendetes Gesamtbild.

Leider werden heute weite Teile als Parkplatz genutzt. Und am Quai de la Douane, der in das Quai Louis XVIII. übergeht, donnert der Stadtverkehr auf 8 Spuren vorbei. Ein Aufenthalt an diesem Ort wird sich lediglich in einer Betrachtung der herrlichen Häuserreihen erschöpfen.

Geschaffen wurde der Platz Mitte des 18. Jahrhunderts auf Geheiß Ludwigs XV.

Hier waren damals der Zoll und die Seebörse beheimatet, als der Hafen und somit das Wirtschaftsleben der Stadt noch florierten.

Quartier Saint-Pierre
Nur etwa zwei Minuten Gehzeit von der Place de la Bourse liegen der kleine, hübsche Place Saint-Pierre und die gleichnamige Kirche Eglise Saint-Pierre.

Auf dem holprigen, unebenen Kopfsteinpflaster, das von Teerflecken durchsetzt ist, findet donnerstags zwischen 12.00 und 14.00 Uhr ein Markt statt, auf dem auch die lokalen Köstlichkeiten angeboten werden.

Beim Anblick der Kirche fesselt zunächst das gotische Portal im Flamboyantstil des 14. Jahrhunderts den Blick. Der nicht weniger sehenswerte Glockenturm wurde erst im vergangenen Jahrhundert erbaut. An heißen Sommertagen bietet der etwas düstere Innenraum der Kirche Schutz vor der sengenden Sonne. Besonders interessant ist der Chorraum, der von feinen Gewölbebögen überspannt ist und eine Pieta aus dem 17. Jahrhundert.

Der Platz um die Kirche bildet den Mittelpunkt des Quartier Saint-Pierre, das zwischen dem Place de la Bourse und dem Place de Parlament liegt. Dieser gesamte Stadtbezirk fiel dem Modernisierungseifer der beiden Intendanten Tourny und Boucher zum Opfer. Die gesamt mittelalterliche Baustruktur wurde im 18. Jahrhundert dem Erdboden gleichgemacht und der Stadtbezirk völlig neu strukturiert.

Es lohnt sich, ein wenig Zeit zu investieren, um das Gebiet zu Fuß zu erkunden. Die engen Straßen und Gassen sind von Bürgerhäusern gesäumt, deren Fassaden nicht selten mit den seltsamsten und fantastischen Märchengestalten geschmückt sind. Bewegt man sich vom Quartier zurück in Richtung Ufer Garonne, stößt man zwangsläufig auf den Quai de la Douane. Folgt man diesem in Richtung der Bogenbrücke Pont de Piere, gelangt man zur Porte Cailhau.

Porte Cailhau
Dies ist ein mittelalterliches Stadttor, welches - aus welchen Gründen auch immer - Gnade vor Tourny fand.

Von ihm ist bekannt, dass er vor anderen mittelalterlichen Baudenkmälern keinerlei Respekt hatte. Die Porte Cailhau wurde zu Ehren Karls VIII. gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und soll die Rückkehr der französischen Herrschaft in Bordeaux symbolisieren.

Einstmals diente das Tor auch als Eingang zum Stadtparlament von Bordeaux, das jedoch nicht erhalten geblieben ist. Ein Blick zur Garonne stößt automatisch auf die Brücke Pont de Pierre. Es ist dies die erste Brücke über die Garonne, die den direkten Zugang zum gegenüberliegenden Ufer erschloss. Sie wurde von Napoleon in Auftrag gegeben und 1822 fertig gestellt. Von der Mitte der Brücke eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Altstadt von Bordeaux.

La Grosse Cloche
Das zweite, vom zerstörerischen Geist Tournys bewahrt gebliebene mittelalterliche Stadttor befindet sich in direkter Verlängerung der Pont de Pierre zum Cours Victor Hugo: La Grosse Cloche. Das Äußere erinnert sehr an einen Wehrturm. Wehrgänge und die kleinen, Schießscharten ähnlichen Fenster unterstützen diesen Eindruck.

Der Name La Grosse Cloche wird schon beim Betrachten verständlich, denn im oberen Drittel hängt in einem nicht verbauten Glockenloch eine große Glokcke. Ihre Bestimmung bestand darin, den Beginn der Weinlese einzuläuten und die Bewohner der Stadt vor Feuersbrünsten zu warnen.

Basilika Saint-Michel
Vom Cours Victor Hugo aus, ist schon die Turmspitze der Basilika Saint-Michel zu erkennen. Sie wurde zwischen dem 14. Und 16. Jahrhundert erbaut und stellt ein homogenes architektonisches Gesamtbild dar.

Durchgehend handelt es sich um gotischen Flamboyantstil. Auffallend ist der isoliert stehende Glockenturm, der eine Höhe von 144 Metern misst und somit der höchste Turm Südwestfrankreichs ist.

Das Stadtviertel, das sich um die Basilika drängt, könnte man wohl wollend als das Künstlerviertel von Bordeaux bezeichnen.

Hier wohnen allerdings überwiegend Portugiesen. In jeder Straße und Gasse gibt es genügend Möglichkeiten, den Stadtrundgang in einem der netten Cafes und Restaurants zu unterbrechen. Auf Grund der iberischen Einwohner enthalten die Speisekarten überwiegend spanische und portugiesische Gerichte.

Das mächtige Äußere der Basilika findet keine Fortsetzung bei der Betrachtung des Innenraums. Das Hauptschiff ist äußerst schmal gehalten, und nur die Seitenschiffe breiten sich mächtig aus.

Sehenswert sind die Kunstschmiedearbeiten in den Seitenkapellen, die aus den Schmiedewerkstätten der Rue des Faures stammen. Bemerkenswert ist die exotische Baustoffkombination der Kanzel. Hier finden Mahagoni und Marmor ein harmonisches Zusammensein.

Kathedrale Saint-Andre
Wahrhaftig in der Mitte der Altstadt richtet sich die Kathedrale Saint-Andre in den Himmel. Ihre großzügigen Ausmaße und der riesige Platz rundum tragen zu der grandiosen Wirkung des Gebäudes bei. Ihre Errichtung wird auf das 11. und 12. Jahrhundert datiert.

Der älteste noch erhaltene Teil ist die Westfassade. Das Gebäude misst 144 Meter in der Länge und 44 Meter in der Breite. Nach der Fertigstellung im 12. Jahrhundert folgten zahlreiche Ausbesserungen und stilistische Änderungen. Der Chorraum und das Querschiff sind in gotischem Stil gehalten. Es handelt sich also um einen architektonischen Mischmasch, der jedoch zu keiner Beeinträchtigung der Wirkung führt. Außergewöhnlich sind lediglich die Stützmauern am Gebäudeäußeren.

Vermutlich haben sich die Baumeister bei der statischen Berechnung der Kathedrale leider vertan und mussten die Mauerstützen nachträglich anbringen. Während der Revolution wurde der Kirchenbau als Futtermagazin genutzt: die Revolutionäre wollten mit dieser "Nutzungsänderung" die verhasste Kirchenaristokratie bis ins Mark treffen.

An der Nordseite befinden sich gleich zwei Portale. Zum einen das Nordportal - wie auch anders - über dem Figurengruppen das Letzte Abendmal, die Himmelfahrt und den Triumph Christi darstellen. Gleich rechts daneben das Portal Rayal aus dem 13. Jahrhundert das besondere Aufmerksamkeit verdient.

Vor und hinter dem Portal sind sämtliche Apostel, die Auferstehung Christi und das Jüngste Gericht in Stein gehauen. Die Arbeiten sind von großer künstlerischer Qualität. Das Kircheninnere gefällt vor allem durch das schlanke Kirchenschiff.

Gelungen ist der gotische Chor mit seinem Umgang. Zahlreiche Kapellen finden hier Platz. Auch hier - wie schon in der Basilika St.-Michel - die Kombination von Mahagoni und rotem Marmor an der Kanzel. Der Kirchenschatz steht zur Besichtigung frei. Gemälde und Miniaturmalereien aus dem 12. und 14. Jahrhundert sollten den Besucher aber nicht zu lange aufhalten.

Pey-Berland-Turm
Der Turm Pey-Berland steht, wie auch sein Pendant St.-Michel, von der eigentlichen Kirche getrennt. Er hat seinen Namen vom im 15. Jahrhundert in der Stadt residierenden Erzbischof, der den Auftrag zum Bau gab.

Nicht nur die architektonische Ähnlichkeit zum Glockenturm von St.-Michel weist Parallelen auf, auch die Geschichte. Die Revolutionäre hatten keinerlei Skrupel, dieses herrliche Kirchengebäude mit seinen zahlreichen, wundervollen Skulpturen zu verkaufen und eine Fabrik für Schrotkugeln daraus zu machen.

Im 18. Jahrhundert wütete ein gewaltiger Orkan über der Stadt und Teile der Turmspitze brachen ab. Die Reparaturarbeiten wurden aber zügig ausgeführt und auf die neue Spitze wurde eine Statue der Notre-Dame d'Aquitaine gesetzt - wohl um ähnliches Unheil zu verhindern.

Für konditionell geeignete Besucher empfiehlt sich ein "Gang" auf die Aussichtsgalerie des Turmes. Von dort oben hat man - wie kaum woanders in der Stadt - einen fantastischen Blick auf die tief drunten liegenden Häuserreihen und Plätze.

Rathaus
Wir finden es gleich neben der Kathedrale. Wer an einer geführten Besichtigung teilnehmen möchte, der sollte sich mittwochs um 14.30 Uhr vor dem Haupteingang einfinden.

Der Bau des Rathauses begann 1771, als der zu jener Zeit residierende Bischof Ferdinand Maximilien Meriadeck de Rohan der Meinung war, dass der alte Bischofssitz nicht mehr standesgemäß sei und ein neuer - am besten gleich gegenüber der Kathedrale - zu errichten sei.

Der Bau ist als äußerst gelungen zu betrachten. Seit dem Jahre 1835 dient das Gebäude der Stadt als Rathaus. Es wird gemunkelt die kirchlichen Eigentümer könnten die hohen Nebenkosten des Gebäudes nicht mehr tragen.

Rue Sainte-Catherine
Wer in Bordeaux weilt wird an der Rue Sainte-Catherine wirklich nicht vorbeikommen. Wie so vieles in Bordeaux, verdankt sie ihre Existenz dem städteplanerischen Aktivismus Tournys. Sie ist heute Zentrum des verkehrsberuhigten, innerstädtischen Bereichs und 1,2 Kilometer lang. Links und rechts der Straße drängen sich Läden an Läden.

Quartier des Chartrons
Im nördlichen Stadtbereich, gleich hinter der Esplanade des Quinconces, befindet sich das Quartier des Chartrons.

Der Name stammt von einem im 17. Jahrhundert in diesem Gebiet errichteten Kartäuserkloster. Städtische Besiedelung war zu jener Zeit hier nicht zu finden. Erst als von Holland eingewanderte Ingenieure das Sumpfgebiet entwässert hatten, begann allmählich die Bebauung.

Das Gebiet war wegen seiner Nähe zum Hafen und nach der im 18. Jahrhundert folgenden Bebauung durch reiche Bürgerfamilien Zentrum der Weinhändler. In der langen Geschichte des Weinhandels ließen sich hier auch die Händler der Hanse nieder. Über Jahrhunderte waren sie die Herren des europäischen Weinhandels. Durch die Anwesenheit vor allem angelsächsischer und hansischer Schiffe und Kaufmannsleute wurde das Viertel stark von protestantischen Einflüssen geprägt.

Für kurze Zeit gab es sogar ein protestantisches Gotteshaus, das jedoch bald - auf Intervention des Erzbischofs und der Stadtoberen - seine Pforten wieder schließen musste. Während der Blütezeit der Stadt spielte sich hier das Nachtleben ab. Ganz wie es sich für eine Hafengegend gehört, wimmelte es hier nur so von dunklen Kaschemmen. Auf dem Straßenpflaster verdingten sich die Dirnen, und der Wein wurde nicht nur auf die nahe liegenden Schiffe verladen.

Mit dem Aufstieg Marseilles und dem wirtschaftlichen Niedergang Bordeaux's, wurde es zusehends ruhiger, und heute ist das Quartier des Chartrons ein beliebtes Wohngebiet der Bordelesen. Nur noch wenige Nachtbars erinnern an die lange zurückliegende Geschichte.

Sehenswert ist vor allem der Cours Xavier-Arnozan. Hier setzten sich die reichen Händlerfamilien mit ihren Prachtvillen ein architektonisches Denkmal.

Quartier de la Cathedrale
Im Viertel um die Kathedrale Saint-Andre (im wesentlichen gotisch, 14/15. Jh.) stehen der 48 m hohe Turm Pey-Berland aus dem 15. Jh. und, hinter der Kirche, das mächtige Hotel de ville (Rathaus), einst Palais de Rohan, aus dem Ende des 18. Jh.

Die einen Garten umschließenden Flügelbauten beherbergen im Südtrakt das Musee d‘Aquitaine (Museum der prähistorischen und gallo-römischen Archäologie) und im Nordbau das Musee des Beaux Arts (Kunstmuseum). Ein Kunstgewerbemuseum (Musee des Arts decoratifs) ist in einem hübschen Adelshaus des 18. Jh. untergebracht.

Jardin Public
Wer von den langen Stadtwanderungen Erholung sucht bevor er sich auf den Weg durch die vielen Museen der Stadt macht der findet Erholung und Ruhe im Jardin Public.

Er wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Im Gegensatz zu den anderen Parkanlagen, die in dem sehr geradlinigen, ja fast sterilen Stil französischer Gartenbaukunst angelegt wurden, handelt es sich hier um einen klassisch englischen Garten.

Die Wiesenflächen sind von kleinen Wäldchen unterbrochen. Malerische Teiche, schwungvolle Blumenbeete, mit Skulpturen durchsetzte Baumgruppen und romantische Holzbrücken befriedigen jeden Wunsch nach geordneter Natur.

Eglise Sainte-Croix
Die Kirche Sainte-Croix stammt aus dem 12. Jh., im 13. Jh. erneuert. Durchgreifende Restaurierungen des 19. Jh. haben sie unglücklicherweise völlig entstellt. Sie besitzt noch gute Kapitelle. Vom gallo-römischen Burdigala hat sich mit Ausnahme des Palais Gallien, ein stark entstelltes großes Amphitheater des 3. Jh., kaum Nennenswertes erhalten.

Eglise Saint-Sevrin
Ehemalige Kollegiatskirche, deren Torpartie und Krypta aus dem 11. Jh. stammen. Erneuert im 12., 13. und 14. Jh. und dabei mit zahlreichen Kapellen ausgestattet (Fassade 19. Jh.). Oratorium gewölbt; in der Krypta Steinfragmente und bemerkenswerte Sarkophage.

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